«Felix Krull»: Thomas Manns Klassiker als Kinofilm nach einem Drehbuch von Daniel Kehlmann

«So etwas Herrliches war selten im Schultheater zu sehen. Detlev Buck hat Thomas Manns Hochstapler-Roman verfilmt. Ein wenig schrill, opulent ausgestattet und mit zwei wunderbaren Hauptdarstellern.» (Wenke Husmann, DIE ZEIT)

Szene Felix Krull
© Warner Bros. Entertainment Inc.

Verwandlungskünstler Krull auf der Kino-Leinwand: Kehlmann schrieb die Drehbuchfassung zur Verfilmung von Thomas Manns Romanklassiker, die die Bavaria Filmproduktion GmbH in Ko-Produktion mit Warner Bros. Germany am 2. September 2021 in die Kinos bringen wird. Die FFA-Kommission bewilligte der Produktion eine Verleihförderung von insgesamt 750.000 Euro . Regie führt Detlev Buck, als Produzent wirkt Markus Zimmer.

Felix Krull wächst in einem von Gier, Verschwendung und Oberflächlichkeit geprägten gutbürgerlichen Elternhaus auf. Die moralische Zwielichtigkeit seines Vaters lehrt ihn das Täuschen und Blenden früh. In der Ahnung, zu Größerem berufen zu sein, verlässt er die Villa Krull und macht sich auf nach Paris, wo er als Liftboy in einem luxuriösen Grand Hotel anheuert. Diebstahl und Betrug ermöglichen dem attraktiven und talentierten jungen Krull einen vergnügungssüchtigen und dandyhaften Lebensstil. Unter dem Namen Armand lässt er sich durch die obskuren Halbwelten des Pariser Nachtlebens treiben. Eines Tages macht er die schicksalhafte Begegnung mit dem gleichaltrigen und unglücklich verliebten Adligen Marquis Louis de Venosta. Um sich ein geheimes Leben mit seiner Geliebten, der schönen Prostituierten Zaza, in Paris aufbauen zu können, bittet er Krull um den Tausch ihrer Identitäten. Ein Rollenspiel, das Krull – zum Marquis avanciert – um die Welt, und schließlich bis an den Königshof von Lissabon führt. Dort wird er seinen Hochstaplereikünsten die Krone aufsetzen…

«Eine Neuverfilmung fürs Kino war längst überfällig und wir freuen uns, hierfür von der Regie über den Drehbuchautor bis hin zur Besetzung ein unvergleichliches Staraufgebot präsentieren zu können», so der verantwortliche Produzent Markus Zimmer von der Bavaria Filmproduktion gegenüber der «Goldenen Kamera».

Die Hauptrolle des Felix Krull spielt Jannis Niewöhner, der zuletzt für in «Narziss und Goldmund» brillierte. David Kross stellt den Marquis de Venosta dar, die Rolle der Zaza spielt Liv Lisa Fries, die mit «Babylon Berlin» zu internationalem Ruhm gelangte. In weiteren Rollen sind unter anderem Joachim Król, Katja Flint, Maria Furtwängler, Désirée Nosbusch, Nicholas Ofczarek, Anian Zollner, Dominique Horwitz, Martin Wuttke, Christian Friedel, Annette Frier, Charly Hübner, Heinrich Schafmeister u.v.a.

Die Dreharbeiten fanden im Sommer 2020 in den Bavaria Filmstudios sowie an verschiedenen Schauplätzen in Bayern, NRW und Portugal.

Kehlmann

Daniel Kehlmann

Daniel Kehlmann, geboren 1975 in München, studierte Philosophie und Germanistik an der Universität Wien. 1997 erschien sein erster Roman «Beerholms Vorstellung». Mit «Ich und Kaminski» (2003) und «Die Vermessung der Welt» (2005) folgte auch der internationale Durchbruch. «Die Vermessung der Welt» ist einer der erfolgreichsten Romane der deutschen Gegenwartsliteratur, wurde in über vierzig Sprachen übersetzt und mit zahlreichen Auszeichnungen versehen – u. a. dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung, dem Kleist-Preis und dem WELT-Literaturpreis. Daniel Kehlmann lehrte als Dozent für Poetik an verschiedenen Universitäten und publiziert als Literaturkritiker und Essayist u. a. im «Spiegel», im «Guardian» und in der «Süddeutschen Zeitung». Kehlmann schreibt Theaterstücke und Drehbücher. Im Jahr 2020 entstanden zwei Kinoproduktionen, für die er als Drehbuchautor verantwortlich zeichnet: «Die Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull» (Regie: Detlev Buck) und «Nebenan», die erste Regiearbeit von Daniel Brühl, die im Wettbewerb der 71. Internationalen Filmfestspiele Berlin um den Goldenen Bären ins Rennen ging und im Summer Special der Berlinale großen Publikumserfolg feierte. Daniel Kehlmann lebt in New York und Berlin.