«Ein Film, 24 Bilder pro Sekunde, flickert ab», doch irgendwann geriet die Flickermaschine ins Stockern (das gleichnamige Drehbuch wurde nie realisiert), und Brinkmann machte einen harten Schnitt: «Ab 1970 kein Interesse mehr an Kino und Filmen», schrieb er lakonisch in seine Vita.
Seine Film-Pläne gab er auf, doch bei der Entwicklung neuer literarischer Formen orientierte er sich an den im Kino gemachten Erfahrungen. «Ich lehne mich im Dunkeln des Kinosaals zurück, ich kneife ein Auge zu, schneide mich aus dem Inhalt damit heraus», heißt es in den Notizen und Beobachtungen vor dem Schreiben eines zweiten Romans. Er wollte «Gedankenfilme, Bewusstseinsfilme» erfassen, «während Sprache ja sehr langsam ist», weshalb er nach neuen Ausdrucksmitteln suchte. «Zooms auf winzige, banale Gegenstände», «Überbelichtungen, Doppelbelichtungen», «unvorhersagbare Schwenks (Gedanken-schwenks), Schnitte: ein image-track», mit diesen aus der Filmsprache entlehnten Begriffen skizzierte er seine literarische Technik, mit der er das in Sprachmustern erstarrte Bewusstsein aufzusprengen versuchte durch eine neue, unmittelbar sinnliche Ausdrucksweise. Was Rolf Dieter Brinkmann interessierte, war Der Film in Worten: die Wahrnehmungsstrukturen des Kinos überführen in die Literatur.
Autorenbild: © Christa Donner / Grafiken: Ausschnitte aus dem von Rolf Dieter Brinkmann gestalteten Cover «Die Piloten» / Typographie des Beitrags: Matrix Buchkonzepte, Christina Modi/Maren Orlowski, Hamburg
Seine Film-Pläne gab er auf, doch bei der Entwicklung neuer literarischer Formen orientierte er sich an den im Kino gemachten Erfahrungen. «Ich lehne mich im Dunkeln des Kinosaals zurück, ich kneife ein Auge zu, schneide mich aus dem Inhalt damit heraus», heißt es in den Notizen und Beobachtungen vor dem Schreiben eines zweiten Romans. Er wollte «Gedankenfilme, Bewusstseinsfilme» erfassen, «während Sprache ja sehr langsam ist», weshalb er nach neuen Ausdrucksmitteln suchte. «Zooms auf winzige, banale Gegenstände», «Überbelichtungen, Doppelbelichtungen», «unvorhersagbare Schwenks (Gedanken-schwenks), Schnitte: ein image-track», mit diesen aus der Filmsprache entlehnten Begriffen skizzierte er seine literarische Technik, mit der er das in Sprachmustern erstarrte Bewusstsein aufzusprengen versuchte durch eine neue, unmittelbar sinnliche Ausdrucksweise. Was Rolf Dieter Brinkmann interessierte, war Der Film in Worten: die Wahrnehmungsstrukturen des Kinos überführen in die Literatur.
Autorenbild: © Christa Donner / Grafiken: Ausschnitte aus dem von Rolf Dieter Brinkmann gestalteten Cover «Die Piloten» / Typographie des Beitrags: Matrix Buchkonzepte, Christina Modi/Maren Orlowski, Hamburg
