Seit Jahren hat Alfi keinen Film mehr gedreht, genauer gesagt: «Das blaue Wunder», sein letztes Meisterwerk, war 1995 ein Erfolg im Programmkino. Kein Wunder, dass sich für Alfi das Leben eindeutig zu lang anfühlt.

Alfi sitzt im Taxi. Der Fahrer erzählt das übliche Taxi-Geschwätz: Was er den ganzen Tag erlebe, damit könnte man eine Fernsehserie füllen. Alfi lässt sich, etwas angeschlagen von einem ereignisreichen Abend, auf die Unterhaltung ein: «Wenn man aus Ihrem Leben einen Film machen würde, was wär das – Komödie, Tragödie, Western, Krimi ...?» Taxifahrer: «Komödie, eindeutig, sowat wie ‹Taxidriver›, kennen Sie den?» Alfi kennt den Film natürlich: Tolles Drehbuch. Taxifahrer: «Und Ihr Leben, wat wär dit fürn Film?» Alfi, leise, schaut aus dem Fenster: «Ein Wenders-Film.»

Oder vielleicht doch eher ein Film von Woody Allen, der unverkennbar Pate gestanden hat für «Das Leben ist zu lang». Nicht zufällig klingt Alfi Seliger, der Name von Levys Protagonisten, ein bisschen wie Alvy Singer, Allens «Stadtneurotiker». Er ist ein geborener «Nebbich», ein liebenswerter Versager. Gespielt wird er von Markus Hering, der mit seinen zerzausten Haaren ein bisschen aussieht wie Dani Levy. (Ja, Levy hatte zunächst sich selbst gecastet, fiel beim Regisseur Levy aber durch.) Meret Becker ist Helena Seliger, seine Frau, Hannah Levy und David Schlichter sind seine Kinder Romy und Alain.