Horst Sczerba

«Das Geheimnis eines überzeugenden Drehbuchs ist nicht, dass die Geschichte ‹aufgeht›, sondern im Gegenteil, dass die Brüche, Fallen und Krümmungen, die aus der Perspektive der Ordnung und des Klischees ‹das Leben› fehllenken, in Erscheinung treten. Hierfür hat Sczerba ein sicheres Gespür; er verknüpft die Zufälle und Missverständnisse, die Impulstaten seiner Figuren zu einer Schicksalslinie, die dann doch wieder ihre ‹Logik›, ihre tragische Richtigkeit hat.»
Was Barbara Sichtermann in der «Zeit» über «Die Unschuld der Krähen» schrieb, gilt allgemein für das Filmschaffen dieses Autors.

Sein erstes Drehbuch war ein Tatort: «Blutwurstwalzer», inszeniert von Wolfgang Becker, mit dem Sczerba anschließend den mehrfach ausgezeichneten Film «Kinderspiele» realisierte. Sein Regiedebüt war der Fernsehfilm «Die Schamlosen», sein erster Kinofilm «Herz»: ein lakonischer Liebes- und Leidensreigen, kunstvoll und doch lebensnah, eben ein typischer Film von Horst Sczerba.


Horst Sczerba, geboren 1947 in Krefeld, studierte Medizin und arbeitete mehrere Jahre als Arzt, bevor er Autor für Funk, Fernsehen und Film wurde.

Nach Hörbildern (u.a. «Leichensachen. Vom Alltag einer Mordkommission») und Dokumentationen («Alltag zwischen Angst und Hoffnung» über eine Kinderkrebs-Station) entstanden ab 1990 Drehbücher zu viel beachteten Fernsehfilmen.

«Die Schamlosen» war 1994 seine erste Regiearbeit. Für das Drehbuch zu «Die Unschuld der Krähen» wurde Sczerba 1999 in der Kategorie «Bestes Buch» mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnet.

Horst Sczerba lebt als Autor und Regisseur in Köln.