Bernd Lichtenberg
Ostalgie lag ihm fern, als Bernd Lichtenberg 1990 daserste Exposé zu «Good Bye, Lenin!» zu Papier brachte.
Die DDR auf 79 qm weiterleben zu lassen, war schon ein
genialer Einfall, aber erst durch die Verknüpfung mit der
Lebenslüge der Mutter gewann die Geschichte emotionale
Tiefe und wurde mehr als nur eine satirische Farce. Alle
Familiengeschichten haben ihre Lügen und Geheimnisse,
weiß Lichtenberg, und eine Umbruchsituation wie
der Untergang einer Gesellschaft verschärft die inneren
Konflikte.
Am Erfolg von «Good Bye, Lenin!» hat das Drehbuch großen Anteil: klassisches Erzählkino mit jener unnachahmlichen Mischung aus Tragik und Komik, wie sie zu jeder guten Komödie gehört.
Bernd Lichtenberg, 1966 geboren in Leverkusen.
Aufgewachsen in Bergisch Gladbach, sammelte er bereits während der Schulzeit journalistische Erfahrungen als Autor von Hörfunk-Features und Dokumentationen.
Studium der Philosophie und Religionswissenschaft in Köln, Bonn und Berlin. 1991/92 Stipendiat der Drehbuch- werkstatt München, 1992–95 Filmstudium an der Kunsthoch- schule für Medien in Köln.
1995 gewann er den Drehbuchpreis des Kultusministeriums NRW, seitdem ist er freier Drehbuchautor. Für sein (damals noch unverfilmtes) Drehbuch zu «Good Bye, Lenin!» erhielt er 2002 den Deutschen Drehbuchpreis und 2003 den Europäischen Filmpreis.
2005 veröffentlichte er bei Rowohlt sein erstes Buch, eine Sammlung literarischer Kurzprosa: «Eine von vielen Möglichkeiten, dem Tiger ins Auge zu sehen». 2010 erscheint sein Roman «Kolonie der Nomaden».
Bernd Lichtenberg lebt in Köln und Berlin.