Dani Levy
Mit spielerischer Leichtigkeit schaffte er, was bei allem ernsthaften Bemühen mit politischer Aufklärungsarbeit nie zu erreichen war: ein unverkrampftes Lachen über den jüdischen Alltag hier und heute.„Alles auf Zucker!“ war mehr als nur ein überraschender Kinohit. Die turbulente Komödie um Jaeckie Zucker, der plötzlich mit seiner orthodoxen Verwandtschaft konfrontiert ist und der Erbschaft wegen in einen Crashkurs die jüdischen Gesetze lernen muss, wirkte geradezu befreiend. Das deutsch-jüdische Verhältnis ist, auch noch 60 Jahre nach dem Holocaust, von Nichtwissen und Berührungsängsten geprägt. In diesem Film sind Juden keine gleichsam offiziellen Vertreter einer Minderheit, sondern Menschen, mit denen man lachen kann. Ohne schlechtes Gewissen
Seine neue Komödie heißt „Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler!“. Wer, wenn nicht Dani Levy, kann uns nach „Der Untergang“ eine ganz eigene und völlig überraschende Version der Geschehnisse im Führerhauptquartier erzählen? Die „National-Zeitung“ ist bereits jetzt alarmiert.
Mit Dani Levy kehrt in den deutschen Film jener Witz zurück, der in den Zwanzigern kreativ und befruchtend wirkte. Jüdischer Humor ist frech und subversiv, respektiert weder Tabus noch political correctness, scheut nicht vor Sarkasmus, Selbstironie und Selbstverletzung zurück. „Humor ist keine Frage der Kultur, Humor ist Kultur“, sagt Dani Levy. So einfach ist das.
Dani Levy, geboren 1957 in Basel, war Clown, Akrobat, Gitarrist und Schauspieler bevor sein erster Film «Du mich auch» 1986 zum Überraschungserfolg wurde.
«I was on Mars», mit Maria Schrader ohne Drehbuch in New York gedreht, wurde ausgezeichnet mit dem FIPRESCI Kritikerpreis; für den Kurzfilm «Ohne mich» erhielt er den Hypo-Regiepreis.
Mit Tom Tykwer, Wolfgang Becker und Stefan Arndt gründete er 1994 X-Filme. «Stille Nacht», 1996 auf der Berlinale uraufgeführt, wurde der erste Film der neuen Firma.
Mit «Alles auf Zucker» gelang ihm 2005 ein Kinohit: Über eine Million Zuschauer sahen den Film, der ursprünglich nur fürs Fernsehen gedacht war. Der Film erhielt u.a. sechs Lolas.
2005 gründete er, wieder mit Tykwer und Becker, Y-Filme; die erste Produktion: «Mein Führer».
Levy wirkt auch als Darsteller in zahlreichen Filmen mit, so u.a. in «Aimée & Jaguar».
Dani Levy lebt in Berlin.